Montag, 28. Mai 2012

Die Generation der verlorenen Jugend

ב"ה

Die erste große Gewaltwelle, die 1. Intifada gegen Israel begann im Dezember 1987 und endete weitgehend mit den Verträgen von Oslo vom 13. September 1993 und ihren nachfolgenden Zusatzverträgen.
Schon damals sah sich Israel der 1964 gegründeten PLO,  der Volksfront zur Befreiung Palästinas und der Hamas gegenüber gestellt.
1964 gilt als die Geburtsstunde des Palästinensischen Volkes,  es wurde während der ersten Sitzung des palästinensischen Nationalrats im Mai/Juni 1964 in Ostjerusalem als Kunstgebilde  geschaffen, um den bis dahin geltenden Begriff des „Palästinaflüchtlings“ zu ersetzen, der kein kollektives Nationalbewusstsein schaffen konnte und so den Plänen ihrer Führer, allen voran Jassir Arafat, nicht dienlich sein konnte. 
Die Volksfront zu Befreiung Palästinas wurde bereits kurz nach ihrer Gründung 1968 als militanter Flügel der PLO in Europa und in den USA in die Liste der Terrororganisationen aufgenommen. Stark beeinflusst von den Ideologien des Marxismus-Leninismus hatte sie ganz andere Vorstellungen von einem zu erkämpfenden palästinensischen Staates, als die PLO, von der sie sich Anfang der 90er Jahre abspaltete.  Die PLPF zeichnete u.a. verantwortlich für  die spektakulären Flugzeugentführungen der späten 60er bis späten 70er Jahre und andere Terroranschläge, die weltweit Hunderte von unschuldigen Opfern forderten.
Eine der Terrorattacken, die damals die westliche Welt für Stunden lähmte, war der feige Überfall auf das Olympische Dorf in München 1972, dem 11 der 14 Mitglieder der Israelischen  Olympiamannschaft zum Opfer fielen.  Warum der Befreiungsversuch scheiterte, warum es insgesamt 17 Opfer gab, darunter auch einen deutschen Polizisten, konnte nie zur Gänze geklärt werden. Heuer jährt sich der Tag zum 40. Mal. 1972 entschloss sich der damalige IOC Präsident Avery Brundage, nach einer Schweigeminute, die Spiele weiterlaufen zu lassen.  „The games must go on“ Heuer weigert sich der derzeitige IOC Präsident, Jacques Rogge, eine Erinnerungsminute in das Eröffnungszeremoniell einzubauen. Die Absage auf die diesbezügliche israelische Anfrage kam prompt und löste eine breite Diskussion zwischen Pro- und Kontrastimmen aus. Der deutsche Präsident Joachim Gauck, der heute zu seinem ersten Staatsbesuch zu uns kommt, wird sich sowohl mit den Überlebenden des Massakers, als auch mit den Familien der Opfer treffen. Er beweist zumindest in diesem Punkt mehr Taktgefühl als manch anderer!
Die Geschichte der Hamas (Ḥarakat al-muqāwama al-islāmiyya  =  „Islamische Widerstandsbewegung“, aber auch Arabisch für „Eifer“) ist eine ältere als die der PLO und PLPF. Die Vorgeschichte beginnt bereits mit der Gründung  eines palästinensischen Zweiges der ägyptischen Muslimbruderschaft in Ostjerusalem im Jahr 1946, der selbstverständlich  sowohl den UN Teilungsplan für Palästina ablehnte, als auch die Staatsgründung 1948 für Null und Nichtig erachtete.  Die nachfolgenden arabisch-israelischen Kriege zwangen sie jedoch dazu, sich neu zu strukturieren. Diese Neustrukturierung  gipfelte 1988 – also zurzeit der 1. Intifada - darin, was in der Gründungscharta der Hamas vom 18.08.1988 festgeschrieben, und bis heute nie revidiert wurde.
Das waren die Feinde, mit denen Israel sich konfrontiert sah,  als die 1. Intifada über uns hereinbrach.
Aber was waren die Gründe für diesen Ausbruch der Gewalt? Auch bei noch so penibler Suche wird kaum jemand mehr die wahren Gründe finden! Der offizielle Grund, ein Unfall, bei dem vier Palästinenser starben, wird genauso wenig der Auslöser der 1. Intifada gewesen sei, wie der Besuch von Ariel Sharon auf dem Tempelberg am 28. September 2000 der Auslöser für die 2. Intifada gewesen ist. 
Diese, auch als „Al-Aqsa-Intifada“ bekanntgewordene, zweite Gewaltwelle gegen Israel dauerte offiziell bis zum 08. Februar 2005.
Während der ersten Intifada wurden in Israel 200 Menschen Opfer des palästinensischen Terrors, dazu kamen zahlreiche Verletzte. Die Schwerpunkte der Terroraktionen waren Tel Aviv und Jerusalem. Der Norden des Landes war kaum betroffen.
Ganz anders während der zweiten Intifada! Der Terror machte nun auch nicht mehr vor dem Norden und dem Süden des Landes Halt, die neuen Zentren neben Jerusalem und Tel Aviv lagen nun in Haifa, Afula, Hadera, Netanya, Holon, Rehovot. Die Terroristen suchten gezielt nach Möglichkeiten, um möglichst viele Opfer zu verursachen: Jugendliche in einer Diskothek, Kinder und Jugendliche in Linienbussen nach Schulende, Kinder mit ihren Eltern bei einer Party in einem Einkaufzentrum, Teilnehmer an einem Sederabend in einem Hotel, wartende Passagiere an Busstationen zur Hauptverkehrszeit…  Der Terror zeigte sein grausames Gesicht! Von 2000 bis 2005 wurden allein bei 139 Selbstmordanschlägen 524 Menschen getötet und 7642 Menschen verletzt. Zumeist Zivilisten.
Es war die Zeit, die einer ganzen Generation ihre Jugend und Unbeschwertheit raubte. Wer 1975 geboren wurde, erlebte den Terror zweimal, einmal im Alter zwischen 12 und 18 Jahren und ein zweites Mal im Alter zwischen 25 und 30 Jahren. Die Medien waren noch langsam, Neuigkeiten verbreiteten sich über Radio und Fernsehen und über das Telefonfestnetz. Zumeist war der Terror weit weg, oft im Ausland.
Ganz anders bei den 1988 Geborenen, sie erlebten das Ende der ersten Intifada nur dann bewusst, wenn sie in Tel Aviv oder Jerusalem lebten. Zu Beginn der zweiten Intifada waren sie ebenfalls 12 Jahre, beim Ende 17 Jahre. Die Anschläge rückten in die Zentren der Städte, die Explosionen konnte man hören deutlich hören. Die Angst fuhr bei jeder einzelnen Busfahrt mit. Kaum ein Jugendlicher, der damals nicht schon mit dem Tod konfrontiert wurde und lernen musste, wie bitter es ist, Freunde zu verlieren, Familienangehörige oder Bekannte. 
Eine Generation musste lernen, auf ihre Jugend zu verzichten.


Montag, 21. Mai 2012

Telling the truth!

ב"ה



Statement by Ambassador Ron Prosor
UN Security Council
“Open Debate on the Situation in the Middle East”
23 April 2012

Thank you, Madame President.
Let me begin by thanking you, personally, for your outstanding leadership of the Security Council this month.
Churchill once said, “In the time that it takes a lie to get halfway around the world, the truth is still getting its pants on.”
In the barren deserts of the Middle East, myths find fertile ground to grow wild. Facts often remain buried in the sand. The myths forged in our region travel abroad – and can surprisingly find their way into these halls.
I would like to use today’s debate as an opportunity to address just a few of the myths that have become a permanent hindrance to our discussion of the Middle East here at the United Nations.

Madame President,
Myth number one: the Israeli-Palestinian Conflict is the central conflict in the Middle East. If you solve that conflict, you solve all the other conflicts in the region.
Make no mistake: it is important for Israel and the Palestinians to resolve our longstanding conflict for its own merits. Yet, the truth is that conflicts in Syria, Yemen, Egypt, Bahrain, and many other parts of the Middle East have absolutely nothing to do with Israel.
It is obvious that resolving the Israeli-Palestinian Conflict won’t stop the persecution of minorities across the region, end the subjugation of women, or heal the sectarian divides. Obsessing over Israel has not stopped Assad’s tanks from flattening entire communities. On the contrary, it has only distracted attention from his crimes.
This debate – even this morning – has lost any sense of proportion. Thousands are being killed in Syria, hundreds in Yemen, dozens in Iraq — and yet, this debate again repeatedly is focusing on the legitimate actions of the government of the only democracy in the Middle East.
And dedicating the majority of this debate to the Israeli-Palestinian Conflict, month after month after after month, has not stopped the Iranian regime’s centrifuges from spinning. Iran’s ambitions for nuclear weapons are the single greatest threat to the Middle East, and the entire world.
The Iranian nuclear program continues to advance at the speed of an express train. The international community’s efforts to stop them are moving at the pace of the local train, pausing at every stop for some nations to get on and off. The danger of inaction is clear. We cannot allow the diplomatic channel to provide another avenue for the Iranian regime to stall for more time, as they inch closer and closer to a nuclear weapon.

Madame President,
Myth number two: there is a humanitarian crisis in the Gaza Strip.
In fact, numerous international organizations have said clearly that there is no humanitarian crisis in Gaza, including the Deputy Head of the Red Cross Office in the area.
Gaza’s real GDP grew by more than 25 percent during the first three quarters of 2011. Exports are expanding. International humanitarian projects are moving forward at a rapid pace.
There is not a single civilian good that cannot enter Gaza today. Yet, as aid flows into the area, missiles fly out. This is the crisis in Gaza. And that is what keeps Gaza from realizing its real potential.
It is a simple equation. If it is calm in Israel, it will be calm in Gaza. But the people of Gaza will face hardship as long as terrorists use them as human shields to rain rockets down on Israeli cities.
Each rocket in Gaza is armed with a warhead capable of causing a political earthquake that would extend well beyond Israel’s borders. It will only take one rocket that lands in the wrong place at the wrong time to change the equation on the ground. If that happens, Israel’s leaders would be forced to respond in a completely different manner.
It is time for all in this Chamber to finally wake up to that dangerous reality. The Security Council has not condemned a single rocket attack from Gaza. History’s lessons are clear. Today’s silence is tomorrow’s tragedy.

Madame President,
Myth number three: settlements are the primary obstacle to peace.
How many times have we heard that argument in this chamber?
Just this month, the Human Rights Council proposed yet another “fact-finding” mission to Israel. It will explore…surprise, surprise…Israeli settlements.
Today, I’d like to save the Human Rights Council and the international community some time and energy.
The facts have already been found. They are plain for all to see.
The fact is that from 1948 until 1967, the West Bank was part of Jordan, and Gaza was part of Egypt. The Arab World did nothing – it did not lift a finger – to create a Palestinian state. And it sought Israel’s annihilation when not a single settlement stood anywhere in the West Bank or Gaza.
The fact is that in 2005, when I was the Director-General of Israel’s Foreign Ministry, we took every settlement out of Gaza and only got rockets on our cities in return.
The fact is that this Israeli Government put in place an unprecedented ten-month moratorium on settlements. The Palestinian leadership used the gesture as an opportunity to take Israel and the international community on another ride to nowhere. For nine out of those ten months, they rejected the moratorium as insufficient – and then demanded that we extend it. As former U.S. Special Envoy George Mitchell said “what had been less than worthless a few months earlier became indispensable to continue negotiations…[for the Palestinians]."

Madame President,
The primary obstacle to peace is not settlements. The primary obstacle to peace is the so-called “claim of return” – and the Palestinian’s refusal to recognize Israel’s right to exist as the nation-state of the Jewish people.
You will never hear Palestinian leaders say “two states for two peoples”. You won’t hear them say “two states for two peoples” because today the Palestinian leadership is calling for an independent Palestinian state, but insists that its people return to the Jewish state. This would mean the destruction of Israel.
Some of you might say, “Oh Ambassador, but the Palestinians know that they will have to give up this claim, that’s what they whisper quietly at the negotiating table.”
Ladies and Gentleman – the Palestinian leadership has never, ever said publicly that they will give up the so-called “claim of return” – neither to the Palestinian people, nor to the Arab World, nor to the international community, or to anyone else.
Since the Palestinian leadership refuses to tell the Palestinian people the truth, the international community has the responsibility and duty to tell them the truth. You have a duty to stand up and say that the so-called “claim of return” is a non-starter.
Instead of telling the Palestinian people the truth, much of the international community stands idle as the Arab World tries to erase the Jewish people’s historical connection to the Land of Israel.
Across the Arab World – and even at this table – you hear claims that Israel is “Judaizing Jerusalem”. These accusations come about 3,000 years too late. It’s like accusing the NBA of Americanizing basketball.
Like many nations around this table, the Jewish people have a proud legacy of age-old kings and queens. It’s just that our tradition goes back a few years earlier. Since King David laid the cornerstone for his palace in the 10th Century BC, Jerusalem has served as the heart of our faith.
In debate after debate, speakers sit in the Security Council and say that Israel is committing “ethnic cleansing” in Jerusalem, even though the percentage of Arab residents in the city has grown from 26% to 35% since 1967.
The holiest sites in Jerusalem, the eternal capital of the Jewish people, were closed only to Jews from 1948 until 1967. Everyone could come to these sites except Jews. There was absolutely no freedom of worship. The world did not say a word about the situation in Jerusalem at that time.
Since Israel unified the city, it has thrived under the values of tolerance and freedom. For the first time in centuries, sacred places that were once sealed off along religious lines are now permanently open for worship by all peoples. This is a principle grounded in our values, our actions and our laws.

Madame President,
There is another great truth that this organization has completely overlooked for the past 64 years.
In all of the pages that the UN has written about the Israeli-Palestinian Conflict, in all of its reports and fact-finding commissions, and in all of the hours dedicated to debate about the Middle East, there is one great untold story. Or – to be more specific – there are more than 850,000 untold stories.
More than 850,000 Jews have been uprooted from their homes in Arab countries during the past 64 years. These were vibrant communities dating back 2,500 years. On the banks of the Tigris and Euphrates rivers, Babylonian Jewry produced many of Judaism’s holiest books — and thrived for two millennia. In the great synagogues and libraries of Cairo, Jews preserved the intellectual and scientific treasures of antiquity into the Renaissance. From Aleppo to Aden to Alexandria, Jews stood out as some of the greatest artists, musicians, businessmen, and writers.
All of these communities were wiped out. Age-old family businesses and properties were confiscated. Jewish quarters were destroyed. Pogroms left synagogues looted, graveyards desecrated and thousands dead.
The pages that the UN has written about the Palestinian refugees could fill up soccer stadiums, but not a drop of ink has been spilled about the Jewish refugees.
Out of over 1088 UN resolutions on the Middle East, you will not find a single syllable regarding the displacement of Jewish refugees. There have been more than 172 resolutions exclusively devoted to Palestinian refugees, but not one dedicated to Jewish refugees. The Palestinian refugees have their own UN agency, their own information program, and their own department within the United Nations. None exist for the Jewish refugees. The word “double-standard” does not even begin to describe this gap.
This discrepancy is very convenient for some in this Chamber, but it’s not right. The time has come for the UN to end its complicity in trying to erase the stories of 850,000 people from history.
The time has also come to speak openly in these halls about the Arab World’s role in maintaining the Palestinians as refugees for more than six decades.
Jews from Arab countries came to refugee camps in Israel, which eventually gave birth to thriving towns and cities. Refugee camps in Arab Countries gave birth to more Palestinian refugees.
Israel welcomed its Jewish refugees with citizenship and unlocked their vast potential. As they rose to the highest levels of society, our refugees lifted the State of Israel to new heights.
Imagine if Arab countries had done the same with their Palestinian refugees. Instead, they have cynically perpetuated their status as refugees, for generation after generation. Across the Arab World, Palestinians have been denied citizenship, rights and opportunities.
All of these are facts that must be neither forgotten nor overlooked, as we look to move forward on the path to peace.

Madame President,
I've saved the most obvious myth for last: the myth that peace can somehow be achieved between Israelis and Palestinians by bypassing direct negotiations. History has shown that peace and negotiations are inseparable.
Direct negotiations are the only tool, the only way and the only path to create two-states for two peoples. Last January, Israel offered a clear proposal in Amman for restarting direct negotiations. We presented the Palestinian delegation with negotiating positions on every major issue separating the parties.
That proposal – filled with Israel’s vision for peace – continues to gather dust, as Palestinian leaders continue to pile up new pre-conditions for sitting with Israel. They are everywhere except the negotiating table. It is time for them to give up unilateral efforts to internationalize the conflict and take up the real path to peace.
Madame President,
This week we will observe the two most significant public holidays in Israel – our day of remembrance and our day of independence.
On Wednesday, sirens will sound across Israel. For two minutes, everything will come to a halt. People will stop in their tracks, cars will pull over to the side of highways, and the entire country will pause to remember the more than 22,000 Israelis who have been killed by wars and terrorism in our nation’s short history.
On Thursday, we will celebrate the rebirth of the Jewish nation – and our 64th year as a free people in our ancient homeland. Against persistent threats and overwhelming odds, Israel has not only survived, but thrived.
I walk the halls of this organization tall and proud of my extraordinary nation – a nation of just 7 million that has produced 10 Nobel prizes; a nation that sends satellites into space, puts electric cars on the road, and develops the technology to power everything from cell phones to solar panels to medical devices.
We intentionally commemorate these two days one after another. As the Israeli people celebrate our independence, we carry the heavy weight of great suffering and sacrifice.
The lesson we take from these days is clear. We can never turn a blind eye to the dangers around us. We cannot pretend that we live in a stable region filled with Jeffersonian democracies.
But there is another lesson that will fill the hearts of Israelis this week. We can never, ever give up hope for lasting peace. The price of conflict is too high. The evil of war is too great.
That is the fundamental truth which guides our leaders.

Madame President,
In the dangerous uncertainty of a turbulent Middle East, the Security Council has never had a greater responsibility to separate myth from truth, and fact from fiction.
The clarity of candor has never been more valuable. The need for honest discourse has never been clearer. It is time for this Council to sweep out the cobwebs of old illusions – and plant the seeds for a truly “open” debate on the Middle East. The challenges before us demand nothing less. 

Samstag, 19. Mai 2012

Eine emanzipierte Frau zur Zeit der Renaissance

ב"ה


Zur Zeit der Hoch- und Spätrenaissance erlebte Europa eine Blüte von Kunst und Kultur.

Die wohl bekanntesten Bilder/Statuen dieser Epoche in Europa sind: Leonardos „Mona Lisa“ und „Das Abendmahl“, Michelangelos „David“,  „Moses“ und „Die Erschaffung Adams“. Die Architektur dieser Zeit prägt bis heute die Zentren der Städte: Rom (Petersdom), Florenz (Dom), London (Westminster Abbey), Loiretal (Schloss Amboise), Köln (Rathaus). Literarische Spuren aus dieser Epoche hinterließen u.a.:  William Shakespeare, Torquato Tasso, Francois Rabelais, Erasmus von Rotterdam.
Die Vormacht der Katholischen Kirche in Europa erlitt durch Luther einen ersten herben Rückschlag, dem nur wenige Jahre später durch die Abspaltung der Anglikanischen Kirche ein zweiter folgte. Parallel zur großartigen Entwicklung von Kunst und Kultur in Europa gab es jedoch auch eine weitere, menschenverachtende Entwicklung in Europa.
In Teilen Europas loderten die Scheiterhaufen. Die Inquisition überzog, ausgehend von Spanien, Portugal und Teile Italiens. Etwa 90% der durch die Kirche Ermordeten waren zwangskonvertierte Juden, die Conversos. Zeitgleich mit Kolumbus‘ erster Entdeckungsfahrt verließen 160.000 Juden Spanien, 90.000 von ihnen flohen in die Türkei, 25.000 nach Holland, 20.000 nach Marokko, je 10.000 nach Italien und Frankreich und 5.000 nach Amerika.
Das Osmanische Reich erblühte zur Zeit Süleyman I. zu seiner größten geographischen Ausdehnung und erlangte höchste politische Anerkennung der europäischen und nahöstlichen Politik seiner Zeit.
Tiberias am See Genezareth gehörte, so wie die gesamte Region seit 1517 zum Osmanischen Reich und wurde erstmals seit seiner Zerstörung 1247 wieder nachhaltig besiedelt. 1561 fielen Tiberias und einige kleinere Orte in der Umgebung durch ein Dekret von Süleyman I. an Joseph Nasi, den Herzog von Naxos, einen vor der Inquisition aus Portugal geflüchteten Juden.
In diese Zeit hineingeboren wurde Dona Gracia Mendes Nasi 1510 in Portugal als Beatrice de Luna Miques.
Ihre Eltern waren Conversos, die ihren Glauben, ihre Kultur und ihre Traditionen im Geheimen weiter lebten und daher unter ständiger Beobachtung der Inquisitionsschergen standen. Ihre Heirat mit Francisco Mendes begeht sie zunächst prunkvoll mit einer christlichen Zeremonie und anschließend im Familienkreis mit der traditionellen jüdischen Feier. Zwei Jahre später kommt ihre Tochter Reyna zur Welt.
Die Not der Juden und der Conversos in Spanien wird zunehmend grösser, viele von ihnen fliehen nach Portugal. In Spanien werden ihre Vermögen konfisziert, ihre Bürgerrechte werden beschnitten und sie leben mit der ständigen Bedrohung angezeigt zu werden.
Familie Mendes ist zunächst noch nicht unmittelbar von der Inquisition bedroht, beschließt aber, ihren Einfluss und ihr Vermögen zu nutzen, um ihren Glaubensgenossen ihr Schicksal zu erleichtern. Die erste Vereinbarung von mehreren zwischen dem jeweiligen Landesoberhaupt und der Großhandelsfamilie wird abgeschlossen, zum Nutzen für beide Seiten. Die Finanzierung des Krieges hilft dem Monarchen, die gewährte besondere Abfertigung der Handelsschiffe hilft dem Handelshaus. 
Mit seinen Bruder Diogo beginnt Francisco quasi unter den Augen Kaisers, Flüchtlinge aus Portugal auf den Schiffen nach Antwerpen zu schmuggeln.
Kurz nach dem Tod ihres Mannes flieht Gracia, gemeinsam mit ihrer Tochter und  ihren Neffen Joseph und Samuel nach Antwerpen zu ihrem Schwager Diogo, der bald erkennen muss, dass Gracia mit ihren 50% des Familien- und Firmenvermögens auch als gleichberechtigte Partnerin anerkannt werden will. Ihre Zusammenarbeit funktioniert nur, weil sie ein gemeinsames Ziel haben, möglichst viele Juden aus den Klauen der Inquisition zu retten.
Dies wird immer schwerer, besonders, als England einen Boykott der Schiffe aus Portugal durchsetzt. Das neue Ziel der Rettungskationen ist zunächst Venedig. Gracias Plan, nach Konstantinopel zu gehen, scheitert an Diogos Weigerung, das Firmenvermögen zu halbieren.
Gracia steht unter andauerndem Verdacht, Conversos zu retten, aber es werden keine Beweise gegen sie gefunden. Ihr Neffe Samuel jedoch wird festgenommen und nennt Diogo als Drahtzieher der Rettungsaktionen. Darüber hinaus wird ihm vorgeworfen, nicht unerhebliche Geldsummen von Conversos nach Konstantinopel transferiert zu haben und mit Süleyman gegen die Niederlande zu paktieren. Dabei ist es ihr Neffe Joseph der beginnt, Verbindungen zum Osmanischen Hochadel zu knüpfen. Die Mendes Schiffe liegen im Hafen von Lissabon fest, unzählige Menschen drohen auf ihnen zu sterben.
Nun gerät auch Reyna ins Blickfeld der Intrigen; im Gegenzug zu ihrer Verlobung mit  Franz von Aragon, einem Günstling Karls V. und erbitterter Feind der Juden, soll Diogo aus der Haft entlassen werden.
Diesmal scheint der Preis zu hoch! Es gelingt ihr gerade noch, Reyna mit ihrem Bräutigam Joseph zu retten und auf den Weg nach Venedig zu schicken. Diogos Ehefrau und ihre Tochter verlassen zeitgleich Antwerpen Richtung Aachen, um von dort aus ebenfalls nach Venedig weiter zu fliehen. Der Preis für die Flucht sind die nun uneinbringbaren Schulden, die das Königshaus an die Firma Mendes hat, ein nicht unerheblicher Betrag.
Diogo wird in Antwerpen wegen Hochverrats hingerichtet. Sein Testament entzweit die Familie: Alleinerbin ist Gracia, die auch Vormund seiner Tochter werden soll. Joseph Nasi soll ihr in allen geschäftlichen Belangen zur Seite stehen. Seine Frau, Gracias Schwester soll ihre Mitgift zuzüglich aller Zinsen und Zinseszinsen erhalten, sie steht damit quasi unter der Vormundschaft ihrer Schwester.
Gracia nimmt  ihre Tätigkeiten von Venedig aus unmittelbar nach ihrer Ankunft dort wieder auf.
Doch auch Venedig ist kein Refugium auf immer. Zum einen beginnt auch hier die Inquisition zu greifen, die Niederlassung der Firma Mendes muss nach Ancona verlegt werden, dem einzigen inquisitionsfreien Hafen in Italien. Nicht die Dominikaner sind es, die Gracia brennen sehen wollen, es ist Brianda, die ihre Schwester bei der Inquisition anklagt. Brianda will nur eines: 100% des Familienvermögens an sich reißen.
Im Frühling 1554 ist sie fast am Ziel. Sie bittet den Sultan in Konstantinopel, die Hoheitsrechte an Tiberias erwerben zu dürfen. Tiberias war lange Zeit das Zentrum Jüdischer Forschung und Hochkultur; Maimonides, einer der größten Denker seiner Zeit wurde dort beigesetzt.
1557 heiraten Reyna und Joseph. Als Süleyman 1566 stirbt, wird Joseph von Selim II. zum Herzog von Naxos und Herrn von Tiberias ernannt.
Es ist nicht bekannt, ob jemals ein Mitglied der Familie Mendes-Nasi in Tiberias war. Gracia verstarb 1569 bei Konstantinopel, Joseph 1579 in Istanbul.
Gracia Mendes-Nasi war vielleicht die bedeutendste Frau ihrer Zeit. Ähnlich selbstbewusst trat Christine de Pizan (1365 – ca. 1430) auf, der es als erster Frau gelang, nach dem Tod ihres Mannes ihre Familie durch einen Beruf selbst zu erhalten.
Bekannte und überaus bedeutende Jüdinnen der Moderne sind leichter zu finden: Anna Freud, Hannah Arendt, Elfriede Jelinek, Golda Meir,  Rosa Luxemburg, Nelly Sachs, Nadine Gordimer, Regina Jonas…… die Liste ließe sich lange fortsetzen.




Dienstag, 15. Mai 2012

Geschüttelt – nicht gerührt! James Bond kann es besser!

ב"ה

Im vergangenen Frühling geisterte eine  echte Falschmeldung durch die verschwörungsgläubige Internetwelt, die vom Projekt “Acoustic Kitty” berichtete. Keine neue Geschichte, bereits 2001  wurde von dieser felinen Wunderwaffe berichtet, die der CIA gegen Russland einsetzen wollte.
In Oberhausen gibt es jetzt ein Museum, in dem „Spionagegeräte“ aller Art bewundert werden können.  Das älteste Exponat stammt aus dem Jahr 1830. Mein persönlicher Favorit ist das faltbare Mini-U-Boot aus Russland, es erinnert mich an den Edgar Wallace Film „Der Hexer“.
Dort ist auch die „Schwalbe“ zu sehen, die in der DDR als mobiles Spionagelabor diente und mich sehr an die russischen Fahrzeuge erinnert, die in den 50er Jahren die Flugplätze der US Militärs in der Eifel ausspionierten und die Landstraßen unsicher machten.
James Bond tummelt sich heute wahrscheinlich überwiegend im Internet, falls er nicht in Betten oder Casinos beschäftigt ist. Auf Dauer kann sich auch Ihre Majestät das Luxusleben ihres Chefspions nicht mehr erlauben.
Um diesen Beruf, der immer wieder für bilaterale Spannungen gesorgt hat am Leben zu erhalten, werden nun Spione der ganz besonderen Art eingesetzt!
Der Merops Apiaster wurde posthum verdächtigt, dass er, im Auftrag des Mossad, die Nutzung der Felder in Anatolien ausspionieren hätte sollen. Offensichtlich waren die eingebaute Kamera, sowie die Sonden zum Ziehen von Erdproben und die Behälter derselben für den Transport dem Vogel zu schwer im Magen gelegen. Die stark erweiterten Riechorgane sprechen ebenfalls dafür, dass der Vogel unter seiner großen Last so sehr zu leiden hatte, dass er auf einem der Felder notlandete und dort verstarb.
Der anatolische Agronom konnte das Wort „Israel“ in der Beringung des Vogels erkennen und handelte staatsbürgerlich korrekt: er übergab den leider verstorbenen Spion zur weiteren Untersuchung an das   Landwirtschaftsministerium. Die Bedeutung und Tragweite des möglichen Nachweises dieser revolutionären Art von israelischer Spionage war Grund genug, die Akte und den der Spionage nahezu schon überführten Vogel den Sicherheitsbehörden zu übergeben.
Die Auswirkungen dieses Spionagefalles auf die gespannten Beziehungen zwischen den beiden Staaten, im Nahen Osten und global sind noch völlig offen!
Was würden mir die elf Leiter der israelischen Geheimdienste auf meine Frage, „Was würden Sie künftig anders machen?“ wohl  antworten? „Wir würden von Anfang an unsere Drohnen einsetzen“.





Samstag, 12. Mai 2012

Ist es ein Privileg, in der IDF dienen zu dürfen?

ב"ה

Immerhin war dies der online Ausgabe von ynet vom 09. Mai die Frage wert. Ist es ein Privileg, als Soldat 3 Jahre und als Soldatin 2 Jahre in einer der härtesten Armeen weltweit, ab dem 18. Lebensjahr,  zu dienen?
Ist es wirklich ein Privileg, während der Zeit des Dienstes unter  Bedingungen leben zu müssen, die alles andere als komfortabel sind?
Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu, die Abschlussprüfungen laufen und damit erhöht sich die Frequenz der Jogger und Joggerinnen, die tagtäglich bei uns vorbeikommen dramatisch. War es vor wenigen Wochen noch ein Geschnaufe und ein „schwerer Schritt“, der die Jogger ankündigte, so kann man nun schon eine klare Veränderung feststellen:  Kein Geschnaufe mehr, dafür ein federnder, kaum noch hörbarer Schritt. Im Ohr steckt nun der  I-Pod Knopf, entweder sind die Hände hantelbewaffnet, oder auf dem Rücken klebt der Rucksack, oft beladen.
Bereitet sich da die Jugend eines Staates auf die bevorstehenden Ausscheidungen  zur Makkabiade 2013 vor?
Nein, weit gefehlt!  Ziel des Trainings,  weitab aller Zwänge, ist die möglichst rasche Aufnahme in die kämpfende Truppe.
In Deutschland klagt die Bundeswehr über Nachwuchssorgen seit der allgemeine Wehrdienst abgeschafft wurde:
8.500 Freiwillige meldeten sich freiwillig bei einer Bevölkerungszahl von knapp 82 Millionen, das entspricht ca. 0,01%!
In Österreich schaut es auf dem Papier ein wenig besser aus: von den 8,4 Millionen Bürgern absolvieren mit ca. 30.000 Rekruten jährlich ca. 0,3575% den Wehrdienst
Wie schaut es bei uns in Israel aus?
Alle Informationen über aktuelle Truppenstärken unterliegen einer strengen Geheimhaltungspflicht, es gibt nur geschätzte Zahlen!
Zu Friedenszeiten verfügt:
Israel über  168.500 Soldaten (30. Stelle weltweit),
Deutschland über 252.000 Soldaten (19. Stelle weltweit)
Österreich über 34.000 Soldaten (80. Stelle weltweit)
Schweiz über 120.000 Soldaten (39. Stelle weltweit)

Das Militärbudget beträgt vom BIP (Mio. US$)
In Israel 7,3% (10. Stelle weltweit) (245.266/ 41. Stelle) = 17.904
In Deutschland 1, 3% (121. Stelle weltweit) (3.628.623/ 4. Stelle) = 47.172
In Österreich 0,85% (144. Stelle weltweit) (425.091/ 28. Stelle)  = 3.613
In der Schweiz 0,91% (139. Stelle weltweit) (665.898/ 19. Stelle)  = 6.059

Das Leben unserer Soldaten und Soldatinnen ist tagtäglich in Gefahr, sie geben tatsächlich die besten Jahre ihres Lebens, um den Bewohnern ein Leben in Sicherheit, in einigen Gebieten des Landes auch nur in relativer Sicherheit zu ermöglichen.
Ausgenommen vom Militärdienst sind generell schwangere und/oder verheiratete Frauen. Frauen können auch aus Gewissensgründen den Dienst ablehnen und stattdessen Zivildienst leisten. Arabische Moslems und Christen sind befreit. Orthodoxe Studenten an religiösen Schulen sind derzeit noch befreit, dieses Gesetz wird aber mit großer Wahrscheinlichkeit noch vor der Sommerpause in der Knesset fallen. Angehörige von Minderheiten, also Drusen, Tscherkessen, Samaritaner und Beduinen leisten in der Regel freiwillig ihren Dienst in der IDF, aber auch andere israelische Araber.
Die halbnomadische Lebensform, sowie die hervorragende Kenntnis der Topografie der Beduinen prädestiniert sie für ihre Aufgabe als Spurensucher. Diese ungeheuer wichtige Aufgabe soll ein unberechtigtes Eindringen auf unser Staatsgebiet entdecken und weitgehend verhindern. Ihr Einsatzgebiet ist vor allem der Süden des Landes, die Wüste.
Die Aufgabe des Drusenbataillons an  der Grenze zum Libanon ist nahezu ident zu der der Beduinen im Süden: das Verhindern von unberechtigtem Eindringen aus Israelisches Staatsgebiet. An beiden Grenzen geht es um die Abwehr von Terrorismus und Schmuggel aller Art, aber auch um die Aufrechterhaltung der „trügerischen und labilen Ruhe“.
Neben der Landesverteidigung erfüllt die IDF eine wichtige integrative Aufgabe. Neueinwanderer, aber auch Jugendliche mit einem schwierigen familiären Hintergrund werden einem speziellen Corps israelweit betreut. Das Corps verfügt über eigenen Schulen, Ausbildungszentren und Unterkünfte. Entsprechend der individuellen Ausgangslage kann dort die schulische Ausbildung bis zur Matura absolviert werden. Neueinwanderer erhalten ihre Grundkenntnisse in Ivrith, aber auch in Landeskunde und werden schrittweise in die Gesellschaft eingegliedert.
Schlussendlich muss aber auch noch erwähnt werden, dass auch junge Menschen mit körperlicher oder geistiger Einschränkung gefördert werden. Aktuell leisten 45 Soldaten mit Down Syndrom in einem speziell auf sie zugeschnittenen Programm ihren Dienst bei der IDF ab. Das Ziel ist es, den jungen Menschen mehr Selbstvertrauen, ihre Fähigkeiten innerhalb der Gesellschaft einzusetzen zu geben. Seit seinem Unfall im Jahr 2006 sitzt Ori, ein Mitglied unserer Gemeinde, im Rollstuhl. Vor zwei Jahren hat er seine Ausbildung zum Offizier abgeschlossen und wird im kommenden Jahr seinen Aktivdienst beenden.



Der Schreiber des Artikels auf ynet ist ein mit seiner Familie (Ehefrau und acht Kindern) in Kfar Tapuach lebender Siedler. Um seinen Beitrag dort verstehen zu können, muss man seinen Status kennen.

 



Donnerstag, 3. Mai 2012

Auch die Regierung Netanjahu II hat nicht durchgehalten!

Reuven Rivlin, der Knesset Sprecher, hat es vor einigen Tagen klar formuliert: „Irgendwann zwischen 94 Tagen  und  5 Monaten von heute  an gerechnet, wird es Neuwahlen geben.“ Heute, am 03.05.2012 haben wir auch schon das Datum für die Neuwahlen, bei denen  wir entscheiden, ob es eine Neuauflage der derzeitigen Regierung gibt, oder nicht.
Dass sich die Regierung Netanjahu II damit in durchaus guter Gesellschaft befindet, zeigt die folgende Auflistung:

Die Wahl zur …fand statt/geplant am:

1.   Knesset:  10. März 1949                     David Ben Gurion

2.   Knesset:  08. Oktober 1951              David Ben Gurion

3.   Knesset:  03.Juli 1955                        David Ben Gurion/ Moshe Sharett/

4.   Knesset:  17. Dezember 1959           David Ben Gurion  

5.   Knesset:  02. November 1961          David ben Gurion/Levi Eshkol

6.   Knesset:  12. Januar 1966                 Levi Eshkol/Golda Meir

7.   Knesset:  15. Dezember 1969          Golda Meir

8.   Knesset:  10. März 1974                     Golda Meir /Yitzhak Rabin

9.   Knesset:   20. Juni 1977                     Menahem Begin

10. Knesset:   05. August 1981                Menahem Begin/ Yitzhak Shamir

11. Knesset:   13. September 1984        Shimon Peres/ Yitzhak Shamir

12. Knesset:   22. Dezember 1988          Yitzhak Shamir

13. Knesset:  13. Juli 1992                      Yitzhak Rabin /Shimon Peres

14. Knesset:  18. Juni 1996                     Benjamin Netanjahu

15. Knesset:    06. Juli 1999                     Ehud Barak/ Ariel Sharon

16. Knesset:    28.Februar 2003              Ariel Sharon

17. Knesset:    04. Mai  2006                    Ehud Olmert

18. Knesset:    31. März 2009                   Benjamin Netanjahu

19. Knesset:  Herbst 2013, vorgezogen auf den 04. September 2012.


Der vorgegebene Wahlzyklus von vier Jahren wurde also insgesamt  8 x nicht erfüllt, seit 2003 gelang dies gar nicht mehr. Im Prinzip spräche das doch für ein Scheitern der Regierung, nicht jedoch so hier bei uns!
Im Gegenteil, hier wird schon wieder munter das Fell des Bären verteilt, bevor der Bär auch nur in Reichweite kommt! Netanjahu und Liebermann sehen sich schon als alt-neue Koalitionspartner.
                                                
                                   dzt. %           dzt. Sitze        Prognose 2012

Kadima                      22,5                28                   10

Likud                         21,6                27                   30

Ysrael Beitenu          11,7                15                   13

Labor                           9,9                13                   18

Yair Lapid                   xx                  xx                    11

Shas                            8,5                11                   07

United Thora               4,4                  5                   06

Ra’am Ta’al                3,4                  4                   ?

Ichud Leumi               3,3                  3                   2

Hadash                       3,3                  3                   ?

Meretz                         3,0                  3                   5

Habayit Hayehudi        2,9                  3                   2

Balad                           2,5                  3                   ?


Trotzdem ist eine neue Koalition zwischen Netanjahu und Liebermann noch nicht durchgewinkt. Es gibt neue Faktoren, neue Parteien.
Was ist der Grund des Scheiterns? Das sogenannte „Tal Gesetz“, das, zurückgehend auf die Zeit der Staatsgründung 1948, orthodoxen  Studenten ermöglicht, dem Wehrdienst fernzubleiben.  Heuer im Februar wurde dieses Gesetz als unrechtmäßig  vom Obersten Gerichtshof kassiert. Die durchaus nachvollziehbare Begründung lautete, es widerspräche der Gleichstellung aller Bürger in Israel. Die Regierung hätte eine entsprechende Adaptierung bis zur kommenden Woche beschließen müssen. Auf Grund des Zorns seitens der Ultrareligiösen musste Netanjahu ein Zerbrechen der Koalition an diesem Punkt befürchten. Von den 66 Koalitionsmitgliedern gehören 16 den beiden ultrareligiösen Parteien an.
Er sieht die Neuwahlen nicht als Resultat des Scheiterns, sondern als Chance für eine Bestätigung seiner Politik.

Liebermann träumt schon davon, bei einer Neuauflage ohne die beiden ultrareligiösen Parteien auskommen zu können…

Vielleicht kann es aber auch das werden, was ich am Wahltag 2009 einem guten Freund und ehemaligen Minister geraten habe: “Verabschiedet euch von persönlichen Animositäten und der engstirnigen Parteipolitik, denkt weiter, denkt offener. Denkt an Israel und unser aller Zukunft!"

Er fand den Gedanken gut, aber durchsetzen konnte er sich leider nicht!